Mitglieder Suche
Vorname, Nachname
Beruf
Postleitzahl
Entfernung
Wer ist online?
Mitglieder: 0
Gäste: 152
© 2010 grafiker.de | Design & Copyright by snygo.media
Benutzername:
Passwort:
Zum Thema: Grafiker helfen Grafikern
Alt 24.05.2012, 11:41
Cus Habong

Guten Morgen zusammen,

sicher verfolgt auch Euch der neueste zynische Begriff

"Faszinative Arbeit".

Dieser Begriff wird seit einigen Jahren einem jeden Kreativen um die Ohren gehauen.

Es ist ein UNWORT der Superlative
das wahrscheinlich sehr vielen Selbständigen,
Mittelständlern aber auch Angestellten in den verschiedensten Dienstleistungsbranchen
(bei mir Werbeagentur / Digitales Mobiles Marketing) seit längerer Zeit (etwa 2-3 Jahren)
de fakto den Nachtschlaf raubt und seinen Teil zum Burnout beiträgt.
Diesem Druck zur Höchstleistung ohne Bezahlung kann auf Dauer niemand standhalten.

Darum hier meine Vorwarnung an alle Newcomer die evtl blauäugig glauben sich zukünftig in Deutschland von einem Job in der Kommunikations- und Dienstleistungsbranche ein "normales Leben" finanzieren zu können.

Das war einmal. Vor langer, langer Zeit.
Die Realität ist "faszinativ".

Ich selbst bin seit gut 10 Jahren (in einer Landeshauptstadt)
Werbekaufmann bei einer mittelständischen, inhabergeführten Qualitäts-Werbeagentur (B2B / B2C) die seit 1995 "am Markt" ist. Meine Frau ist freiberufliche Grafik-Designerin.
Ein guter Freund von mir ist Mediengestalter.
Wir alle drei erleben tagtäglich das hierzulande nunmehr stadtfein gewordene
ZERO BUDGET DUMPING. (Faszinative Arbeit nennt man das jetzt.)

Mit Entsetzen müssen wir feststellen, dass in Deutschland
z.B. im Bereich der Print-, Grafik-, Digital und Kommunikations-Beratungsdienstleistungen
sich mittlerweile der Markt nicht nur von einem
"Anbieter-" zu einem "Käufermarkt" gewandelt hat,
das wäre ja noch normal und simple Marktwirtschaft.
Preisverfall gibt es in jeder Branche in Krisenzeiten wie jetzt.

NEIN,

nunmehr hat sich der "MARKT"
zu einem real existierenden Gratis-Dumpingbazar,
bestehend aus osteuropäischen (de fakto gratis agierenden) Dienstleistern, gewandelt,
die mit unvorstellbaren, oftmals sogar jahrelangen (!) Gratisvollleistungen hiesige Dienstleister,
die ja in Deutschland alle Kosten und Abgaben brav tragen müssen, vom Markt verdrängen.

(z.T. geht der Realgegenwert dieser faszinativen Leistungen in die
10.000-100.000 Euro Kategorie....je nachdem von welchem Medium wir sprechen.
Hier werden also somit über die virtuelle Datenleitung quer über Wirtschaftsgrenzen (sogar außerhalb der EU!)
geldwerte Leistungen in beträchtlicher Höhe heraus abgabenfrei und steuerfrei, --nicht buchgebunden--,
erbracht und an hiesige Konzerne verschenkt.
Wahrscheinlich um mit deren Referenzen weitere "Kunden zu ködern" und den Faszinativismus in die Normalität "zu pushen".
(und nebenher den Markt von brav kommerziell agierenden und steuerzahlenden deutschen Konkurrenten zu befreien.
Man kann auch eine gewisse Korruptionsquote bei den hiesigen Entscheidungsträgern (Marketingleitern) vermuten,
die möglicherweise erst einmal ihre Hand aufhalten, dann kostenlose Aufträge an diese "faszinativen Firmen"
erteilen und dann anderweitig mit den eigentllch durch den Vorstand abgesegneten + freigegebenen
und von ihnen zu "treuen Händen" überantworteten Werbebudgets arbeiten / zocken....)
Am Ende kriegen diese Werbeleiter noch einen Bonus vom Konzern weil sie fast alles erreicht haben, ohne das
Budget auch nur anzutasten....(die Konzerncontroller und Innenrevisionen wissen oftmals nicht dass zwischenzeitlich
mit den Geldern wild gezockt wird....und die eigentlichen Werbemaßnahmen mit ZERO BUDGET DUMPING MAßNAHMEN
aus dem Osten oder sogar ASIEN umgesetzt werden...)

Extrem ist dies im B2B ausgeprägt.
Mittlerweile jedoch auch im B2C Bereich (der virtuellen und papiergebundenenen Consumer Werbung) angekommen.
Und die hiesigen Konzern-Entscheidungsträger sind mittlerweile auf einem verbalen (dreisten!)
Schmarotzer-Niveau aufgeschlagen, das ich nur

als

menschenverachtend,
zynisch,
fast schon sadistisch
und völig realitätsfern


bezeichnen möchte.

Immer öfter wird mir von diesen Herren
das klagend fordernede Wort
FASZINATIVE Arbeit (Spitzenleistung zum Nulltarif)
an den Kopf geworfen, darunter ist zu verstehen,
dass man als Agentur oder Kommunikations-Beratungs-Dienstleister,
freier Grafiker etc....
so sehr vom Image des zu bewerbenden Konzerns,
Produkts etc... "FASZINIERT" ist,
dass man aus lauter Begeisterung gar keine Entlohnung mehr einfordert....


Hynotisiert trifft es wohl eher.

Und das Schlimmste ist, der außer Kontrolle
geratene globalisierte Werbe-Markt in Europa und darüber hinaus gibt das zuhauf her!
Horden arbeiten aus eigener Perspektivlosigkeit heraus ( oder falschen Erwartungen) faszinativ.

Praktikanten, arbeitslose Grafiker
und diverse Ostagenturen die jeden zivilisierten Preis untergraben
und mittlerweile dazu geführt haben, dass man sich in der Akquise oder sogar bei
laufenden Aufträgen wahre SCHREI-TIRADEN am Telefon oder in Zwigespräch
anhören muß:

"Was, Sie agieren noch kommerziell,
schämen Sie sich!! Ja wissen Sie denn nicht, dass uns xxxx Angebote faszinativer Dienstleister aus :
RUMÄNIEN, POLEN, UNGARN, TSCHECHEI, SLOVAKEI, SLOVENIEN, UKRAINE, BULGARIEN, SERBIEN, ALBANIEN, BOSNIEN, RUSSLAND usw... usw...
vorliegen die uns mit allem unentgeldlich versorgen...."


Es ist unvorstellbar was sich die Entscheider in den Konzernen für einen Ton herausnehmen.
Jedoch bestärkt sie die nahezu unendliche Verfügbarkeit von Zero Budget Kräften oder
Kettenpraktikanten.

Das Schlimme ist jedoch, dies geschieht offenbar wirklich mit Duldung oder gar dem stillen Wohlwollen der Regierung, hier wird zugesehen, dass (offenbar mit unerschöpflichen Oligarchen Geldern aus dem Osten oder gar entfremdeter EU Förderung?)
ein ruinöses Dienstleistungs-Gratisdumping etabliert wird, ein
ZERO BUDGET FASZINATIVISMUS
der redliche deutsche Mittelstands-Kaufleute und selbständige Grafiker auf direktem Wege
in den Ruin treibt und somit binnen kürzester Zeit vom Markt fegt.

Die Ziele der Hintermänner und Interessen-Lobbies dürften klar sein:

Erst -durch kostenlos Dumping- den Markt erobern,
dann den dt. Mittelstand nachhaltig durch Unterbeitung bis UNTER NULL (!)
ausradieren, dann Oligopol bilden, und dann Mondpreise etablieren.


Kaum jemand wird sich in Deutschland leisten können aus edlen Motiven heraus längerfristig
"faszinativ zu agieren". Auch nicht als Kettenpraktikant.

(Man wünschte sich faszinatives Engagement allenfalls hin und wieder mal
bei "Goodwill & Charity- " Projekten ..nicht aber für hochkommerzielle z.T. milliardenschwere Großkonzerne und Millionärs- und Investment-Banken der Luxusklasse!!)

Ein "faszinatives Dienstleistungs-Geschäftsmodell" in Deutschland, wie es die Konzerne einfordern wie soll das ohne staatliche (abgezweigte?) Fördergelder gehen??

Wie kann es angehen, dass "Vereine arbeitsloser Grafiker"...
(Ich hoffe Ihr tretet denen nicht auch noch bei!)
...wohl mit Steuergeldern gefördert werden und dann in einen Verdrängungswettbewerb
mit etablierten deutschen (brav steuerzahlenden) Unternehmen und Agenturen treten.

(Ein Witz, dass es sowas wie "Vereine / Interessengemeinschaften arbeitsloser Grafiker"
überhaupt hierzulande gibt...wir haben doch einen angeblichen Fachkräftemangel,
wozu studiert man jahrelang mühsam Grafik-Design, ---nur der Faszination wegen oder um in Kettenpraktika zu verröcheln ????!?!)


Eine von den Konzernen dreist eingeforderte dauerhafte Gratisleistung nach dem Motto

"Willst Du für mich Arbeiten, NUR UMSONST."

ist gewünschte oder erpresste Sklaverei.

auf Nachftage kommt dann von den Konzernentscheidern mit einem dämlichen Grinsen eine
unverschämte Begründung:

"Dies ist die neue Praxis, alle machen das..."


Faszinative Dienstleistung ist das Verschenken der eigenen Zeit, Energie und
Arbeitskraft an KONZERNE die Milliarden umsetzen


Fragt man nach Referenzen bisheriger faszinativer Dienstleister,
werden Scheinagenturen oder Ostdienstleistungsfirmen angeführt....

Ich will keine Namen nennen.

Jene Scheinagenturen (die es leider auch in Deutschland, vor allem im Raum Stuttgart,
Köln und Berlin , gibt) "beschäftigen" viele "arbeitslose Grafiker" die kostenlos von der Arbeitsagentur aus ganz Deutschland vermittelt werden, als "Ketten-Praktikanten"
oder eben "komische weltfremde Käuze" die vorgeblich aus idealistischen "faszinativen Beweggrüngen" etwas meinen für die Deutsche Wirtschaft kostenlos bewegen zu wollen,
dazu kommen Scheinselbständige die daheim an ihren Grafik-
und HTML-Rechnern hocken (auf 100% reiner Provisionsbasis lebend von Mutti) und lohnfrei auf eine Art Vertrag mit Fixzahlung hoffen, jedoch nie übernommen werden und ihre Provision auch nie erhalten, sie bleiben weiter im Hotel Mama oder in Harz4...
für immer.
Und das Karussell dreht sich weiter:
Weitere Gruppen blauäugiger Grafiker und Programmierer von den Hochschulen
(die tatsächlich niemand in bezahlbaren Verhätnissen braucht!)
kommen rücken nach und drücken (aus Not sich plötzlich auf einem Gratismarkt wiederzufinden) die Preise bis in - Negativ Regionen...sprich, Marketingleiter Fordern GELD (!!) bar auf den Tisch damit man für sie arbeiten kann. Faszinativ natürlich erstmal für 1 Jahr.

Wir leben in einem Paradoxon der K A P I T A L I T I S heißt.

Fachkräftemangel ??? Ein Witz!!


Es herrscht lediglich ein Mangel inländischer (deutsch sprechender?)
Gratissklaven, Verzeihung, "FASZINATIVER MITARBEITER".


Die faszinative Dienstleistungsprostitution ist in vollem Gange.

Auch von den Arbeitsämtern selber kommt immer öfter die Vokabel:

FASZINATIVE ARBEIT....

FÜR MICH IST DAS MENSCHENVERACHTENDER ZYNISMUS
nicht weit entfernt von ZWANGSARBEITS-VERKLÄRUNGS-FLOSKELN,
die man bei Institutionen der dunkelsten Deutschen Epoche
an den Wänden und über den Eingangsportalen der damaligen
"faszinativen Arbeitslager" vorfinden konnte.

Ich möchte hier mal ein Paar Scans einiger Rückantwortschreiben auf redliche
(Kalt und Warm-) Akquisition anführen, ich habe diese aus Datenschutzgründen
z.T. schwärzen müssen, da es mich sonst Kopf und Kragen kosten könnte (Briefgeheimis etc..)

Die Unflätigkeit ist der Hammer. Keiner schämt sich damit zu prahlen, dass er
diese Kostenlosausbeutung betreibt und unterstützt.


Wie man unschwer sieht, sind sich selbst Versicherungsgroßkonzerne und Privatbanken der absoluten Luxusklasse nicht zu Schade mit einem Grinsen darauf zu verweisen, dass sie aus den neuen europäischen Ostgebieten kostenlose Unterstützung erfahren.
Und dass diese Firmen das auch noch schriftlich so frei äußern zeigt einmal mehr wie sicher sie sich in Ihrem Dumping fühlen.

Wor allem dürfte die Frage interessant sein:
wie stehts denn um die Daten-Sicherheit, da werden z.B. Banking-Webseiten und sogar
PRIVAT- und INVESTMENT BANKING APPS in Russland kostenlos runtergekloppt
weil sich das ehrenwerte PRIVATBANKHAUS X jene Arbeit
keinen müden Cent kosten lassen will??!
Wo wandern dann in der Anwendung die Kunden-Daten hin???

Die u.g. Links bitte in das Web Adressenfenster pasten,
Ihr werdet staunen was die "feinen Herren" in den Vorstands-und Marketingleitungs-Etagen nunmehr für einen Ton an den Tag legen.
Das ist Bölkerei.

UNVORSTELLBARE ZUSTÄNDE
die uns hier die Regierung mit ihrer EU Osterweiterung eingebrockt hat!

http://i47.tinypic.com/35cpo5v.jpg

http://i45.tinypic.com/20gobnr.jpg

http://i47.tinypic.com/14lluuh.jpg

http://i45.tinypic.com/4t54t4.jpg

http://i46.tinypic.com/og3l.jpg

http://i48.tinypic.com/autule.jpg

http://i47.tinypic.com/20stag3.jpg

http://i46.tinypic.com/fxqmiw.jpg

http://i48.tinypic.com/2ztkfts.jpg

http://i50.tinypic.com/11jbucw.jpg

http://i50.tinypic.com/25sstqs.jpg

http://i45.tinypic.com/2d1s9vt.jpg

-----------------

Übrigens Modedesigner und Architekten sind genauso arm dran...auch die werden mittlerweile bis unter Null gedumpt.

De fakto kann die deutsche inhabergeführte Agentur bei der ich arbeite kaum
Aufträge mehr in klassischer kommerzieller Weise akquirieren und
selbst das Schreiben von mehr als berechtigten Rechnungen bei bestehenden "Aufträgen"
ist oftmals nichts weiter als ein "unverbindliches Bitten" um das ehedem mal ausgehandelte Honorar.
Verträge werden von ML die z.T. selber wie die Fliegen in den Marketingetagen wechseln
grinsend mit Füßen getreten. Was sind das nur für Verhältnisse?
Fast muß man das Gefühl haben, sich erbärmlich schämen zu müssen weil mal es sich
als deutscher Kaufmann im Dienstleistungsbereich nicht leisten kann den heute üblichen Faszinativismus mitzugehen
und ggf sogar mit Schmiergeldzahlungen in beträchtlicher Höhe (wir reden hier von 8000-10.000 Euro mal eben
auf den Tisch eines ML) zu unterstützen.
Die Folge bei mir und vielen Kollegen aus Werbung und Kommunikation:
Ein dauerhaft gelebtes Paradoxon.
Ewiger Kopfschmerz, Zeitdruck für unbezahlte Projekte = Burnout.
Denn die Schmarotzer in den Konzernen wissen,
welches mittelständische Unternehmen welcher Freiberufler
kann es sich leisten jede Rechung einzuklagen oder Vergleiche in mehreren Instanzen zu erfechten.
Man kann doch nicht ewig beim Rechtsanwalt hocken nur um an sein Geld zu kommen.
Das ist wirtschaftlch nicht tragbar.
Und alles nur weil die Herren Entscheidungsträger in den Marketingetagen nicht einsehen noch für etwas zu bezahlen was es in Warschau oder Sofia "faszinativ = gratis" gibt.


Beste Grüße

CH
Alt 24.05.2012, 14:15
Sven Geske
Grafiker, Illustrator

Hallo Chus,
hm ja. Ok. Und was willst du mit diesem ewig langen Beitrag uns nun sagen? Bzw. was möchtest du, dass wir nun tun oder dir raten sollen?

Grundsätzlich gebe ich dir mal recht, dass es aufgrund von Internet und Weltmarkt auf der einen Seite schwieriger ist sich gegen Dumping zu behaupten. Auf der anderen Seite sehe ich aber auch die Vorzüge. Denn es gibt noch andere Länder in denen man Handeln kann. Und warum so nicht auch die Akquise nach USA, Argentinien oder Neu-Seeland ausweiten?
Unter Wert sollte sich niemand verkaufen. Hier hilft nur Aufklärung. Gerade bei den Jüngsten. Wer von der Uni kommt, hat meist kaum bis wenig Ahnung wie es läuft. Also gilt der Aufruf klar dahin, dass erfahrene Grafiker den Studenten sagen, was der richtige Preis ist, wie man verhandelt und was es für rechtliche Grundlagen gibt. Etwas das in meinen Augen viel zu lange nicht getan wurde.

Aber ich sehe es nicht so schwarz wie du. Es gibt eine funktionierende Branche. Immernoch sehr viele Firmen bauen auf professionelle Auftragsbearbeitung. Und ich denke hier scheiden sich sehr schnell Billiganbieter von Profis. Auch die von dir angesprochenen Osteuropäer müssen von etwas leben. Niemand kann auf Dauer umsonst arbeiten. Von daher denke ich wird dein Horrorszenario in dem der Markt nur noch von Umsonstmentalität regiert wird und Einkommen nicht existiert nicht eintreffen.

Grüße
Sven
__________________
Herausforderungen sind dazu da gemeistert zu werden.
Alt 24.05.2012, 17:23
Sara Otterstätter
Grafikerin, Illustratorin

Da schließe ich mich (mal wieder und vom Herzen) Sven an. Ich wusste bislang nicht, dass dieses Konstrukt einen Namen wie "faszinativ" hat. Klingt wieder wie Agenturen Neusprech. Bislang kannte ich dies nur als "Non Profit". Und ich begreife das Internet auch als Chance mich international mit meinen Arbeiten zu verkaufen. Ich arbeite immerwieder mit Verlagen in den Staaten, Kanada und auch UK zusammen. Und will dies in Zukunft auch weiter ausweiten.

Deshalb gönne ich auch den Kollegen aus Osteuropa ihre Chance dies zu nutzen.
Denn auch die Leute in Bulgarien, Polen, Russland, etc. müssen essen, fahren Auto, müssen für eventuelle Krankenkosten aufkommen, Betriebskosten, zahlen Miete oder zahlen ein Haus ab, usw... Soweit ich die Entwicklung in Osteuropa auch überblicke, steigt dort der Lebensstandard, und erfahrungsgemäß werden auch die Preise steigen. Sprich, auf lange Sicht könnten sich die Preise in Europa angleichen diesbezüglich.

Ausserdem kommt noch ein kultureller Faktor hinzu. Für manche Produktionen ist es von Vorteil auf Fachkräfte aus Deutschland oder die in Deutschland sitzen, zurückzugreifen. Zum Beispiel für eine Werbekampagne für ein deutsches Publikum. Ich glaube nicht, dass das eine bulgarische Agentur in Sofia unbedingt stemmen könnte. Nicht vom fachlichen her, aber eben von den Kenntnissen über Land und Leute her und eine Farb-und Formsprache finden, die ein deutsches Publikum ansprechen. Das kann teilweise sehr subtil sein. Wir mögen zwar reltaiv eng aufeinandersitzen, aber die kulturellen Unterschiede können immens sein.

Dann gibt es noch die Erfahrungen, die Firmen gemacht haben, die ihre Produktion ins östliche Ausland ausgelagert haben. Teilweise sind sie wieder nach Deutschland zurückgekommen, weil sich einfach die Produktionsqualitäten nicht nach ihren Wünschen umsetzen ließen. Entweder weil Fachpersonal fehlte oder aus was für Gründen auch immer. Und auch in Osteuropa werden wohl wieder Standorte umverlagert und geschlossen. Aufgrund von steigenden Lebenshaltungskosten und dementsprechenden Lohnsteigerungen. Aber auch mit dieser Strategie ist irgendwann Schicht im Schacht, vorallem wenn ich mir die wachsende Mittelschicht in China und Indien angucke.

Ich denke, diese Mentalität in der Grafiker-und Kreativenszene etwas geschenkt bekommen zu wollen, ist teilweise durch die jahrelange Selbstausbeutung vieler Kreativer selbstverschuldet. Und dem sie umgebenden Nimbus etwas für höhere Weihen und nicht für das schnöde Geld zu machen. Ich mache meine Arbeit gerne und werfe meine Kenntnisse und mein Können gernne für meinen Klienten in die Waagschale. Aber deshalb möchte ich dann auch gerne im Gegenzug für meine Arbeitsleistung entlohnt werden. Denn ich bin so grobstofflich, von Luft und Liebe alleine zu leben hab ich leider noch nicht gelernt. Da bin ich dann doch zu materialistisch.
__________________
Illustration & Grafik

Jeder Tag ist eine skizzierte Geschichte.
Alt 25.05.2012, 09:27
Andrea Preiss
Grafikerin

Puh. Das Thema kennen wir alle, allerdings frage ich mich, was dich dazu treibt, in allen möglichen Foren deutschlandweit diesen viel zu langen, unlesbaren Thread zu eröffnen?
Ist es einfach nur unsäglicher Hass auf Menschen aus dem Osten oder ein Launch des Wortes "faszinativ", dass es so in der deutschen Sprache nicht gibt und bei Google gerade mal 900 Treffer ausspuckt, wovon die gefühlte Hälfte der Treffer von dir sind und der Rest alles mögliche bezeichnet aber nicht in dem Sinne, in dem du es gebrauchst?

Ich denke, dass du aus Stuttgart kommst und kann dir damit nur sagen, dass es dir doch noch relativ gut gehen dürfte im Vergleich zu Leuten aus strukturschwacheren Gegenden oder z.B. Berlin, da liegen die Gehälter und Stundensätze bedeutend niedriger.

Ebenso halte ich deine Screenshots für höchst unglaubwürdig. Die Begründung dazu wurde dir ja schon häufig in den letzten Tagen auf anderen Boards genannt.

Zum Thema selbst kann ich mich nur Sven und Sara anschließen.
__________________

Andrea Preiss
Grafik & Reinzeichnung
Alt 25.05.2012, 14:43
Sara Otterstätter
Grafikerin, Illustratorin

Ich habe auch mal nach fazinativer Arbeit gegoogled. Das habe ich gestern versäumt. Und wenn man nach faszinativer Arbeit in Anführungsstrichen sucht, kriegt man ausschließlich Ergebnisse in den Foren mit dem gleichen Text oder Jemand mit dem Nick Glotzpampe stellt in der Kommentarecke eines Artikels zur Bergung der Costa Concordia die Behauptung auf die Bergungsprofis würden faszinativ -also kostenlos- arbeiten.

Gestern habe ich ab einem bestimmten Punkt nur noch den Text überscrolled wegen der enormen Länge. Und ja, da streifte mein Auge auch das ein oder andere gegen Osteuropäer gerichtete Wort. Eine gewisse Frustration bezüglich der (noch) günstigeren Preise in Osteuropa kann ich durchaus nachvollziehen. Aber jetzt habe ich mir die Passagen nochmal angeschaut. Und ja, es liest sich sehr hasserfüllt. Und Hass ist kein guter Ratgeber.

Ich krieg hier den Eindruck, dass sich Jemand über persönliche berufliche Frustration ein Feindbild aufgebaut hat, diesem einen Namen gegeben und nun versucht über das Internet einen Kreuzzug zu lancieren.

Auf einer Convention neulich in Köln habe ich mich mit einem russischen Illustrator unterhalten. Und was soll ich sagen?! Der hat in Russland mit genau den Problemen zu kämpfen, wie ich in Deutschland. Also: Meine Sympathie an die Kollegen und Kolleginnen nicht nur nach Osteuropa, sondern weltweit!
__________________
Illustration & Grafik

Jeder Tag ist eine skizzierte Geschichte.
Alt 25.05.2012, 15:12
Sven Geske
Grafiker, Illustrator

Mir kam das ganze ebenso etwas "trollig" vor. Die angegebenen Bildlinks finde ich wenig zeugnisfähig, da weder Firmenelemente noch irgendetwas das zeigt, dass diese Auszüge so echt sind, zu finden sind. Außerdem teile ich die an anderen Stellen geäußerte Meinung, dass so ein Umgangston in meinen Augen mehr als unrealistisch ist. Die Firmen würden sich ja lächerlich machen und in meinen Augen absolut jegliche Professionalität verlieren, wenn sie sowas schreiben würden. Mit so jemandem würde ich nichtmal arbeiten WOLLEN!
Ebenso finde ich es wenig zuträglich einer konstruktiven Debatte, wenn der TE mit immer wechselnden Synonymen schreibt und sich nach dem Absenden nicht mehr meldet.

Lieber TE, oder "Habong", wenn du an konstruktivem Austausch über diese Problematik und der Findung einer Lösung interessiert bist, dann würden wir uns sicher alle über eine Diskussion freuen. Aber dann bitte weniger ideologisch verfärbt und mit offenen Karten.

Soweit ist das für mich hier ein verirrter "Troll". Und damit abgehakt.
Diskutieren wir lieber an anderer Stelle konstrutkiv darüber wie wir unser Arbeitsfeld wirtschaftlich attraktiv halten
__________________
Herausforderungen sind dazu da gemeistert zu werden.