Hallo Leute,
bin nun schon seit über 11 Jahren selbstständig und habe so einige Erfahrungen gemacht. Und meine eigenen Erfahrungen haben mich eins gelehrt: Härte selektiert die Spreu vom Weizen. Und Härte praktiziere ich seither sehr erfolgreich. Am Anfang denkt man, Mensch, das kannst doch nicht bringen. Aber es funktioniert gut, wenn man gute Leistung erbringt.
Hundert Mal mahnen, ständig dem Geld hinterher rennen, Tausend Mal telefoneiren und Mails schreiben – hat alles keinen Wert, braucht vielzuviel Zeit und kostet Euch viel zuviel Geld. Ein Unternehmen muss wirtschaftlich denken und effizient handeln.
In Deutschland sind übrigens keine Mahnschreiben gesetzlich vorgeschrieben. Man muss also NICHT unbedingt mahnen. Mahnungen sind ein Nice-to-have und Euer Zuvorkommen dem Kunden gegenüber, ihm Zahlungsaufschub zu gewähren. Aber mit jedem Tag, den Ihr zuviel auf Euer Geld wartet, räumt Ihr dem Kunden einen Kredit ein, für den Ihr (ohne spezielle Vereinbarung) nicht mal Zinsen bekommt, aber auf der Bank hohe Zinsen bezahlt.
Daher gibt's bei mir persönlich nur eins (und das wissen alle meine Kunden): Wer spätestens X Tage oder Wochen nach Rechungsstellung nicht gezahlt hat, der kriegt ohne weitere Auffoderung, ohne vorherige Manhnungen und ohne Vorwarnung einen "gerichtlichen Mahnbescheid" ins Haus. Den kann man übrigens (je nach Mahngericht) ganz bequem online ausstellen.
Dann übernimmt sofort das Gericht, stellt diesen dem Kunden zu und der Kunde hat anschließend 2 Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen. Das kostet zwar etwas Geld (ca. +/- 25 Euro), aber wenn Ihr stundenlang telefoniert, Manhnungen schreibt etc., dann kostet Euch das wesentlich mehr. Betriebswirtschaftlich gesehen kostet schon jede Rechnung 50 Euro – und Mahnungen nicht viel weniger. Und dann noch der Aufwand, um dem Kunden ständig hinterherzurennen.
Legt der Kunde keinen Widerspruch ein, dann kommt der Vollstreckungsbescheid und er wird schließlich gepfändet. Legt er Widerspruch ein, dann muss man zur Not klagen. Aber da alles immer offiziell vom Gericht kommt, legen meist nur diejenigen Widerspruch ein, die entweder wirklich gar kein Geld mehr haben oder die es in guter Aussicht auf Erfolg gegen Euch auf einen Prozess ankommen lassen würden. Aber glaubt mir, das sind die alller aller wenigsten. Eine gerichtliche Zahlungsaufforderung hat großes Gewicht bei Gläubigern. Und oftmals versuchen Kunden einfach Verzögerungstaktiken und böse Spielchen zu spielen, wenn's ums Bezahlen geht – eben weil der Leistungserbringer oftmals ein Einzelkämpfer bzw. Freischaffender ist. Und der wird sich schon nicht wehren, denken viele. Weil Anwälte können die sich eh nicht leisten. Aber man kann sich wehren – auch ohne Anwälte.
In all meinen 11 Jahren kam es schon ein paar Mal zum gerichtlichen Mahnsbescheid. Alle haben dann superschnell gezahlt. Und ich habe viel Aufwand, viel Mühe und viel Geld gespart.
Doch der Effekt könnte für Euch sein, dass Euch ein paar Kunden wegfallen werden. Mir ist übrigens in 11 Jahren nur ein einziger durch solch harte Vorgehensweisen weggefallen. Aber wenn, dann fallen letzlich nur diejenigen weg, die Ihr sowieso als Kunden nicht gebrauchen könnt, aufgrund schlechter Zahlungsmoral etc.. Diejenigen, die gute Arbeit gut bezahlen, weil sie Eure spezielle Leistung benötigen, und die nicht rumzicken, genau die bleiben Euch erhalten. Und das ist gut für Euer Geschäft. Denn nun habt Ihr mehr Zeit dazu, in solch lohnende Kunden und auch in die Neuaquise lohnender Kunden mehr Energie zu stecken.
Grüße an alle!