Mitglieder Suche
Vorname, Nachname
Beruf
Postleitzahl
Entfernung
Wer ist online?
Zur Zeit sind 555 User online
© 2012 grafiker.de | Design & Copyright by snygo.media
Benutzername:
Passwort: (vergessen?)
Die Gruppe für alle, die aus einem weißen Nichts Leben zaubern können!
Nicht nur gängige Vektorprogramme, sondern auch künstlerische Pinselstriche oder fantastische Arrangements gehören hier dazu.
Moderiert von:
Gruppe besteht seit:26.09.2008
Mitglieder:203
Aufrufe:4578
Beiträge:162
Tags:Illustrator, Vektor, Freehand
Lehrstück für junge Illustratoren
Im folgenden ein Beitrag, der zeigt, wie weit es schon gekommen ist. Auftraggeber, die sich rühmen junge Leute zu fördern, haben dabei nur selten soziale Verantortung im Sinn:

http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zappplusweserkurier100.html
erstellt von :
Veröffentlicht:10.09.2009
Sandra Wolter schrieb:
11.09.2009 | 02:34 Uhr
Tja das ist sehr sehr ärgerlich für den jungen Illustrator. Der Verlag trägt m.M. deutliche Mitschuld - allerdings weiß man nun nicht, wie sich der junge Illustrator der Zeitung präsentiert hat. Denn von einem Profi erwarten Kunden einfach, dass er sich mit Urhebergesetzen etc. auskennt. Ich muss mich fragen, wenn er sich wirklich selbstständig machen möchte oder bereits gemacht hat, weshalb er sich nicht auch gerade bei dem ganzen gesetzlichen Kram (Haftung, Gewährleistung etc.) - Grundlagen eines jeden "Vertrags" - nicht schon längst mal schlau gemacht hat. Hier gilt leider der olle Spruch: Unwissenheit schütz vor Strafe nicht.
Und für 30 EUR würde ich noch nicht mal Scribbles erstellen. Ein angeblich Selbstständiger, der sagt: "Geld ist erst einmal Nebensache" hat sich noch nicht wirklich damit auseinandergesetzt, was Selbstständigsein bedeutet.

Aber ohne Frage ist die Schadensersatzforderung der Zeitung absurd, auch wenn sie im Falle eines Prozesses wahrscheinlich sogar gewinnen würde (denn sie kann nur haftbar für selbst angelieferte Vorlagen gemacht werden). Naja, und die Bezahlung ist einfach ein Skandal. Hier wird wohl Ausbeutung und Kostenersparnis um jeden Preis hinter dem schönen Deckmäntelchen "Förderung junger Kreativer" versteckt. Ist aber leider kein Einzelfall.
Mario Klein schrieb:
11.09.2009 | 02:53 Uhr
...die juristen exikutieren die legislativen...
Szascha Rot schrieb:
11.09.2009 | 09:46 Uhr
Der Verlag hat ne menge Geld gespart bei dieser Geschichte. Selbst wenn dieser den vollen Betrag von 10.000€ zahlen müsste. Denn bei einem Gesamtlohn von 30€ bekommt dieser ca 333 Illustrationen (Gesamtwert 10.000€). Bei einem Gesamtlohn von 240€ (60€/Stunde und 4h Arbeitszeit) würde der Verlag auf 79.920€ für 333 Illus kommen.
Ich finde dieses Beispiel (auch wenn es eher gestellt wirkt) sehr wichtig für Anfänger/Dumpinglöhner.
Sven Geske schrieb:
11.09.2009 | 11:10 Uhr
...wobei leider der Aspekt des unterbezahlten Illustrators etwas untergeht. Es ist etwas schade, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender sich so sehr auf den Rechtsstreit konzentriert anstatt auchmal die wirtschaftliche Lage zu betrachten. Sehr gut fand ich hingegen das Interview mit der Illustratoren Organisation. Somit wird sie a) etwas bekannter, somit seriöser und b) weist sie auf die wirtschaftlichen Missstände in diesem Fall hin.
Ich muss jedoch dem jungen Mann doch etwas Mitschuld geben. Mir wurde schon sehr früh im Studium beigebracht auf Urheberrecht zu achten. Schließlich ist es tatsächlich die wichtigste Grundlage aller Gestalter und Künstler. Verweisend stellt sich mir die Frage wer hier etwas versäumt hat: die Uni, die dem Studenten das nicht beigebracht hat, der Student der es vernachlässigt hat darauf zu achten oder der Verlag, der normalerweise derartige Dinge prüfen müsste.
11.09.2009 | 11:36 Uhr
Da hat er aber Glück gehabt, dass sein Auftraggeber das für ihn übernimmt. In meinem allerersten Illustratorenvertrag musste ich bereits zusichern, dass meine Arbeiten frei von Rechten Dritter sind. Ich glaube nicht, dass mir da jemand unter die Arme gegriffen hätte, wenn ich das verbockt hätte. Wer selbständig arbeitet sollte auch eigenverantwortlich arbeiten. Die 30 Euro sind natürlich ein Witz. Ich war damals auch unendlich scharf darauf, etwas von mir gedruckt zu sehen. Aus der Sicht kann ich ganz gut verstehen, dass er für Spaß arbeitet. Andererseits verbessert es nicht gerade die Einstiegshonorarsituation für Berufseinsteiger in der Illustration.
Zuletzt bearbeitet am 11.09.2009 11:37
Szascha Rot schrieb:
12.09.2009 | 12:44 Uhr
@ Sven: Es wurde ja nicht gesagt was der Illustrator studiert hat. Über diese Rechte musst du ja nicht in jedem Studium aufgeklärt werden.
Sandra Wolter schrieb:
12.09.2009 | 19:32 Uhr
Man kann nicht unbedingt davon ausgehen, dass er Grafikdesign oder sogar Jura studierte... ;-)
Wieviele machen sich als "Designer" oder Illustratoren selbstständig, nur weil sie meinen, dass das Kennen der Grundlagen von Photoshop ausreichend ist? Allerdings muss ich als studierte Kommunikationsdesignerin auch bemängeln, dass solche wichtigen Dinge wie Urheberrecht für unsere Dozenten gerademal so wichtig waren, dass sie in einer beiläufigen Bemerkung erwähnt wurden. Von anderen fundamentalen Grundlagen wie Kundenakquise, Kostenkalkulation und Vertragsgrundlagen ganz zu schweigen. Alles was ich nach meinem Studium über Urheberrecht und Druckvorstufe wusste, habe ich von Kommilitonen höherer Semester gelernt.
Wozu auch solche "Nebensächlichkeiten" in den Lehrplan aufnehmen? ^^
14.09.2009 | 10:14 Uhr
@ Sandra
Da muss ich dir leider zu 100% Recht geben. In meiner Ausbildung zum Mediendesigner habe ich Von Urheberrecht, Kostenkalkulation etc. auch nur am Rande etwas erfahren. Das muss man sich alles selbst beibringen und hoffen, dass man die richtigen Informationen erhält.
Mario Klein schrieb:
14.09.2009 | 11:02 Uhr
habe ich das richtig verstanden, das jede ungefragt abgebildete person geld einfordern kann? oder hat der "Jurist" sich beleidigt gefühlt, in der art wie er dargestellt wurde?
wenn ich ein produkt entwickel und es nicht patentieren lasse (geschmacksmuster), kann es auch jeder nachmachen...
da ich nicht das geld habe, um jede entwicklung patentieren zu lassen finde ich es mehr als ungerecht, das das urheberrecht so angewendet wird. so ist ja jedes foto (vom urlaubssnap bis studioaufnahme) automatisch geschützt.
und meine produkte erscheinen bei der konkurenz, ohne das ich was dafür bekomme. komische welt
14.09.2009 | 12:02 Uhr
Es geht um des Recht am eigenen Bild. Jeder, dessen Foto ungefragt veröffentlicht wird (Massenveranstaltungen und Aufnahmen von Gruppen ausgenommen) hat das Recht, dagegen vorzugehen. Noch dazu, wenn mit seinem Bild Geld verdient wurde, auch wenn es nur 30,00 Euro waren.