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Mit einem Klick verschwand Ägypten aus dem Netz

Am Donnerstagabend um 23:34 Uhr deutscher Zeit verschwand das Land der Pharaonen aus dem WorldWideWeb, das berichtet das Internet-Beratungsunternehmen Renesys. Bereits Tage zuvor wurden Mobilnetze abgeschaltet, Internetdienste wie Twitter und Facebook blockiert. Auch E-Mails und SMS konnten für kurze Zeit nicht versendet bzw. empfangen werden. Am Freitagmorgen dann das traurige Finale: Ägypten ist vom Internet komplett getrennt worden!

83 Millionen Menschen ohne Internet, ohne Austausch, ohne Anschluss zum Rest der Welt. So etwas hat es in der Geschichte des Internets bisher noch nicht gegeben, erklären die Experten von Renesys in ihrem hauseigenen Firmen-Blog. Die Regierung Mubaraks hat offenbar die vier großen Internet-Anbieter vollständig von der Außenwelt abgekapselt. Fast zeitgleich wurden alle rund 3500 sogenannten BGP-Routen vom ägyptischen Internet ins Ausland getrennt.

Das BGP (Border Gateway Protocol) sorgt dafür, dass die Netze verschiedener Provider sich miteinander und auch mit Netzen aus dem Ausland verbinden können. Die Folge: alle Internetadressen, die mit .eg enden, konnten nicht aufgerufen werden! Auch eine Verbindung zu einem Proxy-Server kann nicht mehr aufgebaut werden. Das Netz kennt Ägypten quasi nicht mehr! Internetdienste wie Hotmail, YouTube, Google sind für die Ägypter de facto tot. So will die Regierung den Demonstranten ihre wichtigste Waffe im Kampf gegen die Missstände nehmen: den Zugang zu sozialen Medien!

Dabei haben die ägyptischen Provider offenbar bereitwillig den Befehlen Folge geleistet, laut Zeitungsberichten haben sich Unternehmen sogar dazu verpflichtet, bei aufkochenden Protesten die Mobilfunknetze abzuschalten. US-Außenministerin Hillary Clinton und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierten die Abschaltung des Internets und forderten Mubarak auf, die Internetfreiheit zu wahren. Die ägyptische Regierung scheint unbeeindruckt.

Die Aktivistengruppe Telecomix ruft unterdessen Amateurfunker zur Mithilfe auf. Mit Funkgeräten, Kurzwellenradiosendern und Piratenradios soll das Recht auf freie Meinungsäußerung und ein freies Internet wieder hergestellt werden. Die Drohung der Aktivisten die Website der Regierung zu blockieren, hat sich derweil erledigt. Durch die Netzabschaltung hat sich die Regierung selbst aus dem WWW katapultiert.

Ein einziger Internet-Provider ist bisher von den Sperrmaßnahmen der ägyptischen Regierung verschont geblieben: Noor Data Networks. Ein Fehler im System? Eine mögliche Sicherheitslücke? Leider nein! Noor Data Networks ist der Provider, über den die ägyptische Börse mit dem Internet verbunden ist...


(Bildquelle: aboutpixel.de internet © André Morre)
Autor :
Diesen Artikel Twittern: www.grafiker.de/SbeRaZ
Veröffentlicht:02.02.2011 (2767 mal gelesen)
Tags:Internet, Kritik, Social Networks
02.02.2011 | 17.43 Uhr
Da stellt sich mir eigentlich nur die Frage, ob so ein Szenario in Deutschland wirklich so unwahrscheinlich wäre...

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