Mitglieder Suche
Vorname, Nachname
Beruf
Postleitzahl
Entfernung
Wer ist online?
Zur Zeit sind 171 User online
© 2016 grafiker.de | Design & Copyright by snygo.media
Benutzername:
Passwort: (vergessen?)

Rechter Druck auf LASERLINE

Druckzentrum schaut Rechtsradikalen auf die Finger

Für das Berliner Druckzentrum LASERLINE war die Sache klar: Ein Aufkleber in den Farben der Reichskriegsflagge, der das Deutsche Reich in den Grenzen von 1918 zeigt, wird nicht gedruckt. Das Unternehmen hat direkt von seiner Rücktrittmöglichkeit für einen Auftrag Gebrauch gemacht, nachdem der Kunde ablehnte, das Motiv zu ändern. "Wenn wir bei einem Auftrag die freiheitliche Grundordnung der Bundesrepublik bedroht sehen, dann dürfen wir das", sagt LASERLINE-Prokurist Christian Luther. So steht es ausdrücklich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Nun sieht sich das Druckunternehmen unterschwelligen Drohungen ausgesetzt.

Es ist nicht das erste Mal, dass LASERLINE Aufträge mit latent "rechtem" Inhalt ablehnt. Bereits beim Modelabel Thor Steinar, das immer wieder mit der rechten Szene in Verbindung gebracht wird, hat LASERLINE auf Aufträge verzichtet. Und auch Scientology wurde vor die Tür gesetzt. Immer wieder kommt es vor, dass der Inhalt der Druckprodukte mindestens umstritten ist. So wie jüngst der Aufkleber mit dem großen Deutschen Reich. "Auf dem historischen Weltatlas ist das so zu finden", sagt Luther. "Es ist nicht unbedingt ehrenrührig, das zu drucken." Allerdings jedoch ist es "verfassungsfeindlich, wenn man heutzutage für die Grenzen von 1918 einsteht", betont der Prokurist. "Und da verläuft die feine Linie." Bei LASERLINE schauen die Mitarbeiter besonders genau hin. Durch die Lappen geht da nichts, denn jeder Mitarbeiter, der mit Aufträgen in Kontakt kommt, wurde eigens geschult, verdächtiges Material herauszufischen und der Geschäftsleitung zur Prüfung vorzulegen.

Im Falle des Aufklebers wurde der Auftrag von Seiten LASERLINES storniert und dies dem Kunden mitgeteilt. Der allerdings reagierte sauer: "Wir Nationalen werden uns das Verhalten Ihrer Firma gegen die Lebensinteressen des deutschen Volkes und die Meinungsfreiheit gut merken und zu gegebener Zeit darauf zurückkommen", hieß es in der Antwort des Kunden. Eine Aussage, die knapp am Tatbestand der Bedrohung vorbeigeht. "Strafrechtlich ist das leider nicht relevant", bedauert Luther. Da müsse man schon mit einer Straftat bedroht werden. Die Mitarbeiter aber seien noch mal sensibilisiert worden. "Man sollte diesen Leuten keine Plattform bieten", betont der Prokurist. "Wer glaubt, da geht im Massengeschäft etwas unter, der hat falsch gedacht. Wir nehmen das sehr genau." Und einschüchtern lässt sich das Unternehmen von unterschwelligen Drohungen in seiner Haltung ganz gewiss nicht.
Autor :
Diesen Artikel Twittern: www.grafiker.de/nWXHsY
Veröffentlicht:03.05.2010 (2976 mal gelesen)
Tags:Druckerei, Initiative, Berlin
03.05.2010 | 14.29 Uhr
Wunderbar, das Laserline eine sehr freundliche und sehr gute Druckerei ist konnte ich ja schon oft Feststellen.
Das Laserline wichtige Grundsätze vor die oft einzige Losung in der Geschäftswelt "Gewinnmaximierung um jeden Preis" stellt, freut mich sehr..
04.05.2010 | 09.22 Uhr
sehr korrekt!!
06.05.2010 | 10.31 Uhr
Spitzen Sache - finde ich klasse! Noch mehr Unternehmen sollte so agieren!
06.05.2010 | 14.29 Uhr
Braco! Trochnet den braunen Sumpf aus! Wenn die Deppen keine Dienstleister mehr finden, haben sie auch keine Verbreitungschancen
Arno
06.05.2010 | 21.09 Uhr
Irgend Jemand der Beteiligten braucht da mal Nachhilfe in Geschichte und Frau Czisch rate ich mal dringend ihre Journalistischen Fähigkeiten zu schulen.

1.(Zitat:…....in den Farben der Reichskriegsflagge....Zitat Ende) Was soll das sein? Entweder muss es heißen, mit dem Emblem der Reichskriegsflagge von (Datum) es gibt derer viele, also ist hier eine genaue zeitliche Datierung nötig, sofern nicht im Artikel eine Abbildung gezeigt wird. Oder es muss heißen in den Farben des deutschen Kaiserreiches, schwarz, weiß, rot. Auch hier ist eine Farbaufzählung angebracht, da viele sich erst daran orientieren können.
2.(Zitat:….…das Deutsche Reich in den Grenzen von 1918 gezeigt........Zitat Ende) Also zum Ende des ersten Weltkrieges. Genauso gut hätte man schreiben können in den Grenzen von 1871. Hat das Deutsche Kaiserreich überhaupt etwas mit den Nationalsozialisten zu tun? Ist nicht diese Kombination schon äußerst fraglich?
3.Seit wann gibt eigentlich eine Druckerei dem Kunden vor was er drucken darf? Fachliche Beratung jederzeit, Zensur definitiv nein(!) Wenn es wirklich so schlimm ist, dann bitte ab zur Polizei.
4.Was wird hier geschützt? Die Freiheit der Meinung, die des deutschen Volkes, oder der Bundesrepublik? Was ist das für eine Freiheit, in der nicht vom Staat zensiert wird sondern von unten? Ich denke das ist eine nicht besonders erstrebenswerte Freiheit.
5.@Holger, @Annina, @Ralph, schnell mal mitgebuht, mit der Menge der Schafe.
6.@alle-Leser dieser Zeilen: Ihr wollt doch alle Grafiker und Fachleute sein. Ihr seit die Designer der Signets eurer Kunden. Nun stellt euch doch mal vor ihr verwendet so ganz aus Unwissenheit ein Emblem der Waffen eSeS.... Klar, keiner von euch verwendet die Dopplerune, habe ich ja gerade auch nicht getan, oder? Aber auch ein doppeltes Plus Zeichen, ein Pfeil nach oben, und ein Sternchen waren Embleme der Waffen eSeS, wenn dann der Kunde noch nichts gemerkt hat, könnt ihr froh sein, das es Laserline gibt, die korrigieren euch das dann schon.
Arnosius
07.05.2010 | 09.48 Uhr
Arno mein HELD des Tages.... ich knie nieder!!!
10.05.2010 | 09.48 Uhr
Es wird wohl Zeit, als Betroffener auch mal was zu dem Thema zu sagen. Immerhin werde ich in dem Beitrag mehrfach zitiert. Über "Nachhilfe in Geschichte" möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht streiten. Nur so viel: Ich habe Geschichtswissenschaften und Politik studiert und kann in dem Beitrag nichts Falsches entdecken. Unpräzise Formulierungen vielleicht, aber das ist ja auch eine Pressemeldung und kein wissenschaftlicher Aufsatz. Und im Kern geht es ja auch nicht darum, welche Farben die Reichskriegsflagge hatte (schwarz-weiß-rot, immer!) oder welchen Grenzverlauf das Deutsche Reich irgendwann mal nahm. Es geht schlicht darum, dass Nazis den braunen Terror wieder auferstehen lassen wollen und dass sie das durch eine Vielzahl werblicher Maßnahmen unter's Volk zu bringen versuchen. Und es geht weiter darum, dass niemand bei dieser Propaganda mitmachen muss. Auch keine Druckerei, und erst recht kein Grafiker, sofern er noch bei Trost ist. Das hat mit Zensur gar nichts zu tun, mit Zivilcourage umso mehr. Denn noch herrscht in Deutschland Vertragsfreiheit. Das heißt: Jeder hat das Recht einen Vertrag abzuschließen, dies aber ebenso gut auch ablehnen. Und LASERLINE lehnt die Aufträge von Neonazis eben ab. Jeder andere mag die drucken, LASERLINE tut das nicht und setzt damit ein politisches Zeichen. Geschützt wird damit die freiheitliche Ordnung Deutschlands, zu der auch die Vertragsfreiheit gehört. Diese Ordnung hat zwar viele Fehler und löst so manches Mal Ärger oder sogar Wut aus. Aber sie ist allemal besser als die Ordnung des Dritten Reichs, die wir doch nun wahrhaftig nicht noch mal haben wollen.

Kommentar schreiben:

Dein Name:


Deine E-Mail:


Deine Url:
Prüffeld:

Gib im Prüffeld die 6 Zeichen aus dem darunterliegenden Bild ein.
Inhalt
Über neue Kommentare per E-Mail informieren?