Mitglieder Suche
Vorname, Nachname
Beruf
Postleitzahl
Entfernung
Wer ist online?
Zur Zeit sind 187 User online
© 2016 grafiker.de | Design & Copyright by snygo.media
Benutzername:
Passwort: (vergessen?)

Was tun bei einem unberechtigten Plagiatsvorwurf?

Plagiatskonflikte drohen aus zwei Richtungen. Nicht nur die eigenen Werke können plagiiert werden, sondern Dritte können dir bei deinen eigenen Werken Plagiarismus unterstellen. Wenn Beweise fehlen, stehen Urheber dem dreisten Vorwurf oft ohnmächtig gegenüber.

Monatelang hast du an den Details einer Website getüftelt, endlich geht sie online. Ein paar Tage später erreicht dich der Brief einer Anwaltskanzlei, in dem behauptet wird, dass du die Urheber- und Designrechte eines Mandanten verletzt. Du wirst aufgefordert, die Website unverzüglich vom Netz zu nehmen, die Anwaltskosten zu begleichen und Schadensersatz an den Mandanten zu leisten. Wie ist die Rechtslage?

Bist du der Urheber?
Wenn du ohne Kenntnis der anderen Website in einem eigenen Schöpfungsprozess Webdesign, Texte und Grafiken gestaltet hast, sind für dich höchstwahrscheinlich eigene Urheberrechte entstanden. Das Urheberrecht kennt keinen Prioritätsschutz.
Allerdings hat der Schöpfer des später entstandenen Werkes die Beweislast. Du musst beweisen, dass du die Website des anderen zum Zeitpunkt der eigenen Werksschöpfung nicht gekannt hast. Gelingt das nicht, deutet dies auf eine Urheberrechtsverletzung hin.

Beweise sind entscheidend.
Es ist nicht leicht, bei einer weltweit abrufbaren Website die Unkenntnis zu beweisen. Wie bei einem bereits veröffentlichten Buch oder einem im Radio gespielten Song existierte auch bei dieser Website die grundsätzliche Möglichkeit, sie gekannt zu haben, das lässt sich nicht leugnen. Du kannst also nur die Wahrscheinlichkeit der Kenntnis herunterspielen.



Einfacher wäre es, wenn du deinen tatsächlichen Schöpfungsprozess beweisen könntest. Daraus würde u.U, hervorgehen, dass du wesentliche Bestandteile der Website sogar bereits vor der Veröffentlichung der anderen Website ersonnen hast. Schließlich hast du lange an der Seite gearbeitet, bevor sie veröffentlicht wurde.
Dieser Beweisvorteil gilt für alle Werkarten des Urheberrechts. So argumentierte Chris Martin von der Band Coldplay "Was für ein Plagiatsvorwurf? Unser Song ["Viva la Vida"] wurde sechs Monate vor deren Auftritt geschrieben. " Autor Dan Brown dagegen wurden in einem Plagiatsprozess zum Bestseller "Sakrileg" fehlende Urhebernachweise beinahe zum Verhängnis.

Sofortmaßnahmen.
Wenn du dich nicht sofort unterwerfen möchtest, sind zwei Maßnahmen angeraten:

1.) Sämtliche Materialien aus dem Schöpfungsprozess deiner Website inkl. Skizzen, Texten, Entwürfen, Modifikationen usw. zusammentragen und auch die Website des Klägers abspeichern, z.B. als PDF-Dokumente oder Screenshots. Beides musst du so archivieren, dass der Zeitpunkt der Archivierung beweisfest ist, also am besten mit einer notariellen Hinterlegung.

2.) Vereinbare eine Erstberatung bei einem Anwalt, bevor du mit dem Kläger Kontakt aufnimmst. Die Kosten sind kalkulierbar, am besten fragst du nach einem Pauschalbetrag. Ohne anwaltlichen Rat besteht die Gefahr, dass du mangels Rechtskenntnis mit einer Antwort deine Position verschlechtest.

Damit es gar nicht erst soweit kommt.
Möchtest du dich vor bösen Überraschungen schützen, dokumentierst du deinen Schöpfungsprozess bereits während der Arbeitsphase ausführlich und rechtssicher. Damit sind nicht deine eigenen Datenarchive gemeint, denn diese sind leicht zu modifizieren. Beweiskräftig ist in jedem Fall die Hinterlegung bei einem Notar. Die Kosten einer notariellen Hinterlegung sind durch das Online-Angebot der PriorMart AG in den letzten Jahren kräftig gesunken; seit kurzem gibt es sogar eine Hinterlegungs-Flatrate. Gegen eine monatliche Pauschale können Urheber und Agenturen beliebig viele Werke, Zwischenstände und Entwürfe notariell hinterlegen, bequem per Online-Upload.

Weitere Informationen erhältst du online unter http://www.PriorMart.com/de

Über den Autor:
Peter Schilling ist Gründer und Vorstand der PriorMart AG, dem ersten Anbieter von Flatrates für notarielle Hinterlegungen. Seit 2006 betreibt PriorMart einen Online-Service, durch den notarielle Hinterlegungen digitaler Werke bequem per Online-Upload beauftragt werden können. Notarielle Hinterlegungen vereinfachen den Urhebernachweis und dienen als Prioritätsnachweis in vielen Bereichen. 10/2009 startete die PriorMart AG zusätzlich einen kostenloses Schutzrechtsservice für Designer, der das europaweit gültige Geschmacksmuster nach nGGM für Designer aus aller Welt einfacher macht.

Links:
http://www.PriorMart.com/de
http://de.designprotection.com

Kontakt:
Peter Schilling (Gründer + Vorstand)
Autor :
Diesen Artikel Twittern: www.grafiker.de/jI4J1C
Veröffentlicht:19.11.2009 (2525 mal gelesen)
Tags:Design, Online-Dienst
19.11.2009 | 18.26 Uhr
Klasse Bericht! Sehr informativ.
26.11.2009 | 16.09 Uhr
Auf jeden Fall ein sehr informativer Bericht!
Aber ich muss sagen, es wird höchste Zeit, dass es für dieses Thema bessere Lösungen gibt.
PriorMart macht ja schon mal den Anfang und das ist sehr gut. Wenn ich noch hohe Notarkosten auf meine Kunden umlegen müsste...?
Aber so hat das Urhebersystem auf jeden Fall noch Lücken. Fiese Menschen könnte sich hinsetzen, den Trend der Zeit beobachten und schon mal dahingehend Elemente erstellen, die bestimmt von einigen, unerfahrenen Designer abgekupfert werden. Tja, dann holen die die Anwaltklatsche raus und was eigentlich gut gemeint war, wird zur Kostenfalle.

Was vielleicht noch interessant wäre: Ab wann spricht man von Plagiatismus?

Kommentar schreiben:

Dein Name:


Deine E-Mail:


Deine Url:
Prüffeld:

Gib im Prüffeld die 6 Zeichen aus dem darunterliegenden Bild ein.
Inhalt
Über neue Kommentare per E-Mail informieren?