Mitglieder Suche
Vorname, Nachname
Beruf
Postleitzahl
Entfernung
Wer ist online?
Zur Zeit sind 130 User online
© 2016 grafiker.de | Design & Copyright by snygo.media
Benutzername:
Passwort: (vergessen?)

Urheberrecht: Bilder und die Problematik beim Hochladen ins Netz

350 Millionen Bilder werden täglich bei Facebook hochgeladen. Ja, richtig gelesen: Dreihundertfünfzig Millionen! Dass es da ab und an zu Verstößen gegen das Urheber- oder das Persönlichkeitsrecht kommt, ist nicht weiter verwunderlich. Das Web 2.0 erleichtert den Austausch von medialen Inhalten enorm - in rasender Geschwindigkeit.

Dennoch dürfen Schutzrechte nicht einfach ignoriert werden. Und genau hierbei liegt der Haken: Der Bereich der Bildrechte ist nicht nur sehr dynamisch, sondern bietet noch immer viele rechtliche Grauzonen, die den Nutzern den rechtlich sicheren Umgang beim Hochladen, Verbreiten und Nutzen von urheberrechtlich geschützten Inhalten erschweren.


Gerade haben wir bei exali.de wieder einen Schadenfall bearbeitet, der gleich auf einer doppelten Bildrechtsverletzung basierte. Der Fall zeigt anschaulich, wie schnell durch die Verwendung fremder Fotos Urheberrechte verletzt werden können - und welche finanziellen Konsequenzen das hat.

Bildrechtsverletzung im Doppelpack: Zwei Fliegen mit einer Klappe
Der Fall, wie er bei unseren Kundenbetreuern aufgelaufen ist: Ein über exali.de versicherter Kunde betreibt seit einigen Jahren ein Reiseportal, auf dem - bunt bebildert - die unterschiedlichsten Reisethemen und -ziele dargestellt werden. Wie manch einer schon ahnen mag, kam es, wie es kommen musste: Dem Portalbetreiber flatterte eine Abmahnung samt Unterlassungserklärung in den Briefkasten.

Ihm wurde vorgeworfen, das Urheberrecht einer Bildagentur durch die unrechtmäßige Verwendung zweier Bilder verletzt zu haben. Konkret bedeutet das: Er hatte keine Lizenz erworben, die ihn zur Nutzung des Eigentums der Agentur berechtigen würde.

Wie es dazu kommen konnte? Das versuchte der betroffene Versicherungsnehmer nun selbst zu klären, denn die Abmahnung kam für ihn völlig überraschend. Die Recherche brachte zwei verschiedene Sachverhalte ans Licht, die beide bezeichnend für die heutige Urheberrechtsproblematik sind:

Das erste der beiden strittigen Bilder hatte der Portalbetreiber der Broschüre einer großen deutschen Airline entnommen, die von deren Pressestelle zur freien Nutzung zur Verfügung gestellt worden war. Der Kunde ging deshalb davon aus, dass das Bild ebenso frei sei und er es bedenkenlos nutzen könne. Dies war jedoch ein Irrtum!

Die Herkunft von Bild Nummer zwei konnte er selbst nicht genau klären. Es befand sich seit Jahren in seinem Archiv, von wo aus er es vor kurzem auf sein Reiseportal hochgeladen hatte. Doch wie es den Weg in das Bildarchiv gefunden hatte, war nicht mehr nachzuvollziehen.

Gutgläubigkeit im Urheberrecht: Verstoß bleibt Verstoß
Der Fall zeigt, dass eine Rechtsverletzung schneller geschieht, als man glaubt. Böse Absichten müssen nicht dahinterstecken: Meist ist es schlicht und ergreifend Unwissenheit, die zum Verstoß führt. Doch leider gilt auch im Bereich der Bildrechtsverletzung: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" - und so können kleine Fehler zum ausgewachsenen Schaden werden.

Denn: Auch bei sogenannten "gutgläubigen" Urheberrechtsverletzungen haftet der Verstoßende. Er muss dann zwar keinen Schadenersatz zahlen, ist jedoch verpflichtet, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben sowie die Kosten für die Abmahnung zu tragen.

In einem FAQ zur Bildrechtsverletzung erklärt Rechtsanwalt Thomas Schwenke, dass dies auf die Verschuldensunabhängigkeit des Unterlassungsanspruchs zurückzuführen ist. "Im Zweifel für den Urheber" - dieser Grundsatz liegt dem Urheberrecht zugrunde. Schadenersatz ist nur dann fällig, wenn der Rechtsverstoß fahrlässig oder vorsätzlich erfolgte.

Nutzungszusagen durch Dritte: Eigene Recherche empfehlenswert
Das Bild aus der Airline-Broschüre wurde zwar bereits von einem Dritten verwendet und zur Verfügung gestellt, dennoch kann nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass die Airline das Recht dazu hatte. Allerdings wäre sie dazu verpflichtet, die Kosten einer Abmahnung zu übernehmen, wenn sie die Bilder zur Nutzung durch Andere ungerechtfertigt freigegeben hätte.

Im Falle "unseres" Reiseportals ist das jedoch nicht ganz geklärt. Der Betreiber hat die Abmahnung jedenfalls erst einmal an die Airline weitergeleitet - die nun ihrerseits die Bildrechte prüft.

Viel Aufregung wegen eines Bildes, die mit Hilfe einer vorherigen Recherche hätte vermieden werden können. Und auch, wenn das aufwendig sein mag - wer nicht in Teufels Küche kommen möchte, sollte den zusätzlichen Aufwand auf sich nehmen.

Altes Urheberrecht rostet nicht: Nutzungsdauer rechtfertigt Rechtsverletzung nicht
Wegen des Bildes im Archiv seines Portals musste der Kunde jedoch in den sauren Apfel beißen. Vermutlich wurde das Bild zu einer Zeit erworben bzw. irgendwo heruntergeladen, als die Ahndung von Urheberrechtsverstößen noch nicht so konsequent verfolgt wurde.

Leider rechtfertigt aber auch eine langjährige Verwendung den Verstoß nicht - im Gegenteil: Die Schadenersatzansprüche des Rechteinhabers werden anhand der Nutzungsdauer berechnet.

Übrigens: Der Versicherungsnehmer hatte noch einmal Glück im Unglück: Immerhin einer der beiden Verstöße war über seine Berufshaftpflicht versichert.

Das Rad der Zeit kann nämlich nicht zurückgedreht werden und vor langer Zeit begangene Verstöße (z.B. aus einer Zeit, die vor Versicherungsbeginn lag) können einen durchaus noch einholen. Deshalb ist es sinnvoll, bereits mit der Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit, einer Existenzgründung oder dem Start ins Start-Up eine Berufshaftpflicht wie die Media-Haftpflicht abzuschließen.

Sie kommt bei Schadenersatzansprüchen Dritter aufgrund von Rechtsverletzungen (gegen Urheber-, Marken-, Namen-, Persönlichkeits-, Wettbewerbsrecht und Datenschutzgesetze) sowie für kostspielige Eigenschäden auf.

Weiterführende Informationen
Verstoß gegen Unterlassung: Nur Verlinkung zu löschen, reicht nicht

Sie fragen - Wir antworten: Wie lassen sich Schadenersatzansprüche von Bildagenturen absichern?

New Yorker Urteil stärkt Urheberrechte in Social Communities: Bilderklau kostet Agenturen 1,2 Millionen Dollar

(Bildquelle: bitte zugreifen! / marshi / aboutpixel.de)
Autor :
Diesen Artikel Twittern: www.grafiker.de/jjxxma
Veröffentlicht:21.07.2014 (2060 mal gelesen)
Tags:Fotografie, exali, Recht

Kommentar schreiben:

Dein Name:


Deine E-Mail:


Deine Url:
Prüffeld:

Gib im Prüffeld die 6 Zeichen aus dem darunterliegenden Bild ein.
Inhalt
Über neue Kommentare per E-Mail informieren?