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Rechtliche Stolperfalle: Einsatz von SlideShare ist datenschutzwidrig

Slideshows, Präsentationen, Grafiken und Videos blitzschnell hochgeladen und geteilt - das ermöglicht die Web 2.0 Plattform SlideShare. Ein Grund, warum sich unter den pro Monat 58 Millionen Besuchern der weltweiten Community auch viele Kreative, Webworker & Co. tummeln. So weit, so gut - wäre da nicht ein entscheidender Haken: Beim Einbinden der SlideShare-Präsentationen auf der Internetseite werden automatisch Tracking-Codes geladen, die Nutzerdaten sammeln und nicht deaktiviert werden können. Das verstößt gegen deutsche Datenschutzvorgaben - und kann sogar Abmahnungen nach sich ziehen.



Datenschutzrechtliche Stolperfallen beim Einbinden von Drittdiensten
Zur rechtlichen Unsicherheit beim Einbinden von Social Plugins wie dem Facebook Like-Button und YouTube-Video gesellt sich nun also mit SlideShare eine weitere Stolperfalle, wie datenschutzbeauftragter-info.de gemeldet hat.

Die Problematik bleibt dieselbe: Beim Einbinden solcher "Drittdienste" werden immer auch die IP-Adressen der Nutzer an den Anbieter der integrierten Inhalte übermittelt. Da eine Person durch die IP-Adresse identifizierbar wird, handelt es sich also um personenbezogene Daten - und deren Speicherung ist hierzulande nur bedingt zulässig.

Ein komplexes Thema, zu dem es im Beitrag "Viel Lärm um nichts: Urteil zur Speicherung von IP-Adressen bringt keine Erkenntnis für Betreiber von Webseiten" übrigens noch mehr Infos gibt.

Und als ob das nicht schon kompliziert genug wäre, kommt bei SlideShare noch ein weiteres Problem hinzu: Versteckt und automatisch werden Tracking Tools wie Google Analytics und ScorecardResearch geladen , die - ohne dass der User darüber informiert wird und seine Zustimmung gibt - Nutzerprofile erstellen. Und das ist nach deutschen Datenschutzbestimmungen nicht erlaubt.

"Datenkrake" Google Analytics und ScorecardResearch
Der datenschutzkonforme Einsatz steht und fällt also damit, dass der Nutzer seine Einwilligung zum Tracking seiner Daten gegeben hat. Oder: Die IP-Adresse muss so gekürzt (sozusagen unkenntlich gemacht) sein, dass eine Identifizierung der Person dahinter nicht möglich ist. Problem bei SlideShare: Der automatisch mitgelieferte Code von Google Analytics wurde nicht mit einem Tool erweitert, was die IP-Adresse anonymisiert.
Und es kommt noch dicker: Bei SlideShare wird im Hintergrund auch ScorecardResearch des amerikanischen Marktforschungsunternehmens ComScore ausgeführt, das auf dem Rechner des Nutzers einen Cookie platziert, Informationen sammelt und analysiert und diese Werbedaten dann seinen Kunden zur Verfügung stellt. Kunden, wie der New York Times, CNBC und Internet-Dienstleistern - ohne dass der Nutzer davon weiß.

Abmahnungsgrund Datenschutzverstoß
Und auch der Seitenbetreiber, der SlideShare eingebunden hat, hat keine Ahnung: Ohne sein Wissen werden (bis dato) beim Einbinden von SlideShare die datenschutzwidrigen Tracking-Codes quasi frei Haus mitgeliefert - für die er am Ende allerdings persönlich haftbar gemacht und zur Kasse gebeten werden kann. Und das ist gar nicht mal so weit hergeholt: Datenschutzverstöße werden zunehmend als Abmahnungsgrund betrachtet. Und wie heißt es so "schön": Unwissenheit schützt vor Abmahnung nicht...

Datenschutzrechtliche Lösung?!
Die gute Nachricht: Die "Schreckensnews" über die neuen datenschutzrechtlichen Stolperfallen rund um SlideShare haben nicht nur für neue rechtliche Unsicherheit gesorgt - sondern auch Experten mit pragmatischen Lösungsvorschlägen auf den Plan gerufen:
Webworker Viktor Dite stellt auf seinem Blog ein Tool zur Verfügung, mit dem auf die Datenübertragung hingewiesen wird und die Zustimmung des Nutzers im Vorfeld eingeholt werden kann - ähnlich der 2-Klick-Lösung bei Social Buttons.

Dann aber bitte nicht vergessen, die Datenerhebung über SlideShare auch in die Datenschutzerklärung mit aufzunehmen! Dazu stellt Rechtsanwältin Viola Lachenmann einen Mustertext zur Verfügung.

Handlungsbedarf und schnelle Reaktionen sind also angesagt, bei Allen, die SlideShare genutzt haben - und nun nicht in Fettnäpfchen treten wollen!

Weiterführende Infos
1.200 Euro Kostenforderung: Einsatz von Google Analytics als teure Abmahnfalle
"Embedded Posts" bei Facebook: Rechtliche Gefahren des Social Plugins
Urteil OLG Hamburg: Mangelhafte Datenschutzerklärungen können abgemahnt - und die Agentur zur Kasse gebeten werden
Autor :
Diesen Artikel Twittern: www.grafiker.de/jRjBkm
Veröffentlicht:24.02.2014 (2475 mal gelesen)
Tags:Internet, exali, Recht

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