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Zitieren beim Bloggen oder Springer-Verlag vs Exciting Commerce

Der Fall Springer-Verlag versus Exciting Commerce zeigt: Wenn ihr beim Bloggen zitiert, kann das trotz Nachweis zur teuren Sackgasse werden.

Wer bloggt oder seine Webseite gestaltet, der kopiert und zitiert dabei auch fremde Inhalte. Das ist ja auch alles kein Problem: Solange das nicht im Guttenberg-Style stattfindet und die Inhalte der Anderen ordnungsgemäß nachgewiesen werden, seid ihr auf der sicheren Seite. Falsch gedacht! Das hat nun ein Blogger schmerzhaft feststellen müssen: Jochen Krisch, Herausgeber des beliebten E-Commerce-Fachblogs " Exciting Commerce" hatte für einen Beitrag einen Text von "Welt Online" verwendet - mit Link auf die Quelle. Dafür wurde er nun von der Axel Springer AG abgemahnt und musste Schadenersatz zahlen. Und das ist kein Einzelfall.

Wenn ihr beim Bloggen mit fremden Texten arbeitet, kann das trotz Quellennachweis zur teuren Sachgasse werden. Denn bei Schadenersatzforderungen geht es immer auch empfindlich an den eigenen Geldbeutel. Trotzdem könnt ihr Euch als Blogger, Texter, Journalisten und Webworker gegen diese finanziellen Risiken absichern: Eine Berufshaftpflichtversicherung übernimmt die Zahlung der Forderung - und im Fall der Fälle auch alle Anwaltskosten.

Die Rechtsabteilung macht Druck - und fordert Schadenersatz
Doch was ist eigentlich genau passiert? Ganz einfach: die ganz normale Alltagspraxis. Für einen Beitrag auf seinem Fachblog hatte Jochen Krisch eine längere Textpassage von "Welt Online" des Springer-Verlags übernommen. Um den zitierten Inhalt auch als solchen zu kennzeichnen, setze er einen Link auf die Webseite. Den Verantwortlichen von Springer war das aber offensichtlich nicht genug, denn nun bekam der Herausgeber Post von der Rechtsabteilung des Medienhauses. Der Inhalt des Sachreibens: eine Abmahnung.



Verständlich, dass dieses Verhalten bei den Bloggern der Szene für Kopfschütteln sorgt: Denn in einem Fall bei dem nicht plump kopiert wurde hätte es auch eine Mail mit dem Hinweis auf die unrechtmäßige Nutzung getan - anstatt ohne Vorwarnung gleich die harten Geschütze aufzufahren.

Geht es um eine neue Einnahmequelle durch Lizenzen?
Fakt ist: Die Herausgeber und Verlage haben daran zu schaffen, dass ihre ins Netz gestellten Inhalte kostenlos zur Verfügung stehen - während es gleichzeitig immer schwieriger wird, auch mit den Printausgaben Geld zu verdienen. Wenn diese Texte dann auch noch kostenlos weiterverbreitet werden, bleibt die Kasse weiterhin leer.

Trotzdem, so der Verdacht, scheint es sich im Fall "Exciting Commerce versus Springer" um etwas mehr zu handeln, als nur darum, ausführliche Zitierungen der eigenen Springer-Medien zu stoppen: Nämlich um eine neue Einnahmequelle durch Lizenzen. Das lässt sich aus dem Schreiben der Springer-Rechtsabteilung an Jochen Krisch herauslesen. Denn darin ist nicht nur die Forderung nach Schadenersatz formuliert- sondern auch ein Angebot für einen "längerfristigen Lizenzvertrag". Wenn der von Krisch angenommen würde, wäre die Springer AG auch bereit, ihm bei der Höhe des Schadenersatzes entgegenzukommen, heißt es weiter. Ein Angebot, das Jochen Krisch "dankend abgelehnt", wie er auf seinem Fachblog Exciting Commerce schreibt.

Zwar sollen die Online-Inhalte verbreitet werden - aber nur gegen Bezahlung
Was sie persönlich von der "neuen Einnahmequelle" des Springer-Verlags halten, erklären die Blogger von Exciting Commerce auch öffentlich. Autor Marcel Weiss wird auf dem Portal Netzwertig.com zitiert: "Der Springer Verlag testet schon mal, wie so ein Leistungsschutzrecht für die Presse in der Realität aussehen könnte." Und er erzählt von einem ähnlich gelagerten Fall, in dem Springer Schadenersatz von einem Münchener Journalisten fordert.

Auch Herausgeber Jochen Krisch kann das Vorgehen des Springer-Verlags nicht ganz nachvollziehen: Kurios sei so eine Schadensersatzforderung auch deshalb, da "Die Welt" (wie andere Publikationen der Axel Springer AG auch) den Facebook-Button und andere Share-Buttons einsetze, um die Nutzer explizit zur Verbreitung ihrer ‚in das Internet eingestellten‘ Inhalte zu motivieren, schreibt er auf seiner Webseite.

Und er zieht seine Konsequenzen: Künftig, so erklärt Krisch, werde Exciting Commerce die Publikationen der Axel Springer AG nicht mehr als Quelle nutzen, sich weder direkt noch indirekt auf deren online gestellte Inhalte beziehen, nicht mehr auf Pressemitteilungen zurückgreifen - und damit auch nicht mehr kostenfrei auf deren Aktivitäten und die ihrer Tochterunternehmen hinweisen. Bei aller in viele Sätze gepackten Höflichkeit, sind das eindeutige Worte.

Eine Berufshaftpflichtversicherung (Media-Haftpflicht) leistet Schutz
Doch was könnt ihr als Blogger, Journalisten, Texter oder Webworker tun - schließlich geht es in der Praxis schlichtweg nicht ohne Zitate? Ihr könnt euch von vorneherein gegen die Kosten solcher rechtlichen Drahtseilakte wappnen: mit einer entsprechenden Berufshaftpflichtversicherung (die sogenannte Media-Haftpflicht). Sie bietet Euch in zweifacher Hinsicht Schutz: Die Berufshaftpflichtversicherung übernimmt die Zahlung von Schadenersatzforderungen, aber auch die Kosten für die Abwehr ungerechtfertigter Schadenersatzansprüche, Abmahnungen, Unterlassungserklärungen oder Verfügungen (und damit sämtliche Anwaltskosten).

Diese Leistungen sollten in jedem Fall in der Absicherung enthalten sein
Wenn ihr eine solche Versicherung abschließt, solltet ihr auf folgende spezifischen Leistungen achten, die darin auf jeden Fall enthalten sein sollten:

- Rechtsverletzungen, wie Urheberrechtsverletzungen, Lizenz-, Marken-, Namens-, Persönlichkeits-, Wettbewerbs- und Datenschutzrechtsverletzungen, müssen in der Berufshaftpflichtversicherung eingeschlossen sein.
- Der Versicherungsschutz sollte auch dann gelten, wenn der Versicherte grob fahrlässig handelt.
- Eine Vorabprüfung der Texte durch einen Anwalt sollte keine Bedingung der Versicherung sein.
- Ein guter Versicherer übernimmt im Rahmen des "Passiven Rechtsschutzes" auch die Kosten für Anwälte, Gutachten, Zeugen und Gerichte - und natürlich auch den Schadenersatz in Höhe der versicherten Summe.
Autor :
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Veröffentlicht:24.05.2011 (2735 mal gelesen)
Tags:Blogosphäre, exali, Versicherung

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