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Anatomie der Buchstaben – Plakat jetzt im Handel

Wer sich mit Typografie befasst, dem sind Begriffe wie "Dickte" oder "Punze" geläufig. Nur wenige Kreative machen sich jedoch Gedanken über die Form einer "Cauda" oder zerbrechen sich den Kopf, wie der "Auslauf" beim e ausschauen soll. Schriftgestalter tun dies. Sie formen nicht nur Buchstaben, sie bedienen sich dabei auch einer Terminologie, die auf die Entstehung des Bleisatzes zurückgeht, für den Johannes Guttenberg die Grundlage schuf. Zu Studienzeiten habe ich mich selbst an die Gestaltung einer Schrift gewagt. Ich dachte, eine eigene Schrift sollte jeder Gestalter in seinem Portfolio haben und fütterte die Software "Fontographer" mit Formen. Der Einfluss von Neville Brody war Schuld daran, dass die Schrift überaus "bubblig" daherkam. Ein netter Versuch nicht mehr.

Man kann ein ganzes Studium mit dem Thema Schriftgestaltung verbringen. Man sollte es sicherlich auch, wenn etwas dabei rauskommen soll, das von Dauer ist.



Schon damals faszinierten mich die vielen Fachbegriffe, die jeden Buchstaben wie eine geheimnisvolle Aura umgeben. Die Fülle an speziellen Ausdrücken macht deutlich: Typografie ist hochkomplex und eine Wissenschaft für sich. Ich muss in Bezug auf die Vielfalt der Wortschöpfungen immer an den Vergleich mit den Inui denken. Diese, so heißt es, verfügen über hundert Begriffe, um "Schnee" zu beschreiben und zu typisieren. In der Typografie gibt es viele hundert Fachbegriffe und allein etwa 50 Wörter, die im Bereich der Makrotypografie ein spezifisches Element an einem Buchstaben kennzeichnen. Sprache spiegelt immer auch eine Lebensweise wieder. Für mich stellen diese Wörter, und wofür sie innerhalb der Typografie stehen, einen ungeheuren Reichtum dar. Das mag jetzt etwas pathetisch klingen aber sie sind ein Kulturgut, dass man unbedingt bewahren sollte. Das geschieht auch, und zwar in Form von Büchern und mit Hilfe von Glossarsammlungen, die im Netz entstanden sind.

"Unterlänge" und "Majuskel" und all die anderen Wörter sind die Basis für einen ernsthaft geführten Dialog, wenn es um die Gestalt einer Schrift geht aber auch im allgemeinen, wenn es darum geht Kommunikationsdesign zu betreiben. Deswegen war es mir ein echtes Bedürfnis zum Thema "Anatomie der Buchstaben" auch einen Beitrag zu leisten. Nicht, weil ich in bibliothekarischer Mission Wissen verwalten möchte, sondern weil ich glaube, dass es die Begriffe Wert sind, weiterhin Teil unserer lebendigen Sprache zu sein. Ich habe deshalb ein Plakat entworfen, auf dem die wichtigsten Fachbegriffe dargestellt werden. Gewissermaßen als Anregung für die eigene Kommunikation. Das schöne an der Geschichte: Aus einer Sammlung im Netz, an der die Leser meines Blogs mitgewirkt haben, wurde in wenigen Wochen ein gedrucktes Werk. Erschienen ist das Plakat nun beim Lernplakate Verlag. Die "Anatomie der Buchstaben" ist auf 135 Gramm schwerem Römerturm Feinstpapier gedruckt und kostet inklusive Versand 30,90 Euro (bestellen). Die zehn ersten Grafiker.de-Leser, die eine Mail an postercode (ät) designtagebuch.de schicken, erhalten einen Gutschein in Höhe von 5 Euro.

Wünsche weiterhin kreative Momente
***
Ein Artikel von Diplom-Designer (FH) Achim Schaffrinna (Designtagebuch.de)
Autor :
Diesen Artikel Twittern: www.grafiker.de/XpRMWM
Veröffentlicht:25.02.2010 (4182 mal gelesen)
Tags:Typografie, Design, Fonts
26.02.2010 | 08.25 Uhr
Hallo Achim,

klasse Idee - ich drücke die Daumen und wünsch DIr viele Verkäufe.

marcus
26.02.2010 | 09.36 Uhr
Hi Achim,
das ist echt eine superschöne Idee! Beim lesen des Artikels bekam ich fast schon Schuldgefühle, weil die genannten Fachbegriffe ganz tiefe Erinnerungen wach gerufen haben, ich sie aber nicht mehr spontan einzuordnen wusste.
Solche Dinge müssen gepflegt werden. Das ist Wissen. Altes Wissen. Und das sollte man weitertragen - ist ein Kulturgut, da haste schon Recht.
L.G. Anita

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