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Franzis Disk Doctors Digital Media Recovery

Wer kennt dieses Szenario nicht? Ein falscher Klick, schon ist die Bilddatei weg. Was tun? Befinden sich die Daten noch im Papierkorb, gibt es kein Problem, da man die Files genauso schnell wiederherstellen kann, wie sie gelöscht wurden. Aber was, wenn der Papierkorb zwischenzeitlich geleert wurde? Die Daten scheinen endgültig verloren. Endgültig? Nein! Wir haben den Franzis Disk Doctors Digital Media Recovery auf Herz und Nieren geprüft und getestet, ob er hält was er verspricht. Sprich: Mediadateien wie Bild-, Film- und Musikdateien zu retten.

Installiert ist die Software schnell und einfach. Unsere Voraussetzungen waren ein Windwos XP Professional System auf einem DualCore-Intel-PC mit insgesamt 6GHz und 4GB RAM. Zusätzlich war noch Kaspersky Interent Security 2009 installiert. Diese beiden Tools kommen sich hier nicht ins Gehege. Dies war uns im Test wichtig, da die Software von Avira ist - dem Hersteller von AntiVir. Als Festplatte diente eine interne 160GB Hitachi S-ATA2-Platte. Ferner wurde auch eine externe 1000GB Popstar S-ATA2-USB-Festplatte getestet. Beide Platten sind durch mehrere Jahre des Löschens und Speicherns von Mediadateien aller Art gebeutelt. So sollten genügend Daten zu finden sein. Laut Hersteller werden alle Arten von Festplatten, Speicherkarten, MP3-Player, iPods, Memory Sticks und USB-Laufwerke unterstützt.

Die Arbeitsweise eines solchen Programms ist recht simpel. Als Hintergrund sollte man wissen, dass gelöschte Daten nicht wirklich gelöscht werden, sondern lediglich deren Verlinkung auf die Datensektoren der Festplatte. Auch wenn der Papierkorb geleert wurde sind die Daten nicht komplett gelöscht. Wichtig für die Wiederherstellung ist jedoch auch, dass die Festplatte, beziehungsweise die Datei selbst noch nicht überschrieben wurde. Dies tun meist spezielle Löschprogramme oder auch das Betriebssystem selbst, wenn der Speicherplatz als gelöscht markiert wurde. Sie überschreiben die Datensektoren mit Nullen und Einsen oder im Falle des Betriebssystems eben mit anderen Daten. Dann aber sind die Daten endgültig und unwiederherstellbar gelöscht und eine Wiederherstellung nicht mehr möglich. Zumindest nicht mit handelsüblichen Recovery-Programmen.

Wenn die Software gestartet wird, muss man zunächst das Medium (Festplatte, Datenträger etc.) auswählen. Im Normalfall sollte das Tool die angeschlossenen Medien selbstständig erkennen. Wird das zu scannende Medium erst im Nachhinein angeschlossen, kann man den Button "Laufwerke Aktualisieren" klicken und diese werden dann eben in der Auswahl aktualisiert. Hat man dies geschafft, kommt die nächste Maske, welche einen zum Auswählen der Dateiformate anhält. Hier sind sowohl die gängigen Formate wie JPEG, GIF, TIFF, BMP und PNG, als auch viele RAW-Formate von Kameraherstellern wie Nikon, Olympus, Canon, Sony und Minolta sowie Movie-Formate wie MPG4 oder MOV, AVI und sogar MP3, MID, WAV einstellbar.

Klar sollte sein, je mehr gesucht werden muss, desto länger der Scanvorgang. Ist der Scan erstmal gestartet, heißt es warten. Bereits die kleine Platte von 160GB dauerte 1:06 Stunden. Es wurden insgesamt 23879 Dateien mit insgesamt 16,2GB in den von uns gewählten Formaten (JPG, PNG,GIF, BMP, TIF und MP3) gefunden. Sobald man das Ende des Scans mit einem Klick bestätigt hat, bekommt man die gefundenen Daten in Ordnern präsentiert - nach Typ sortiert.

Mit Klick auf einen dieser Ordner werden dann die Dateien angezeigt. Hier zeigt sich dann das erste Problem. Die Dateien sind fortlaufend mit "file# 1.jpg, file# 2.jpg" und so weiter benannt. Man kann also nicht wirklich erkennen welche Datei sich dahinter verbirgt. Auch die angezeigte Dateigröße hilft hier nicht wirklich weiter. Ein weiteres Problem ist, dass man nun den ganzen Ordner wieder herstellen müsste um zu wissen welche Daten gefunden wurden, denn eine Vorschau in diesem Stadium ist nicht möglich. Möchte man jedoch nicht alle Dateien speichern, kann man die Dateien demarkieren. Standardmäßig sind alle Dateien in diesem Ordner ausgewählt, was auch Sinn macht. Da man erst nach der Wiederherstellung sehen kann, um welche Dateien es sich handelt. Bei 4048 Dateien wie in unserem Fall, wird die Demarkierung zur echten Fleißarbeit. Also wählen wir alle Dateien aus und klicken auf Speichern. Hier wird nun ein Dialog angezeigt mit der Bitte eine Festplatte auszuwählen auf welche die Dateien wieder hergestellt werden sollen. Wichtig ist hierbei, dass man nicht das gleiche Laufwerk auswählt, welches durchsucht wurde, da sonst die Daten endgültig gelöscht wären. Zudem kann man die Dateien auf eine DVD oder CD-ROM brennen. Leider bekommt man keine weiteren Speichermöglichkeiten angezeigt. Man ist somit nicht in der Lage einen Ordner zu wählen oder einen solchen anzulegen. Die Daten werden ins Root des Datenträgers gespeichert. Hier wird eine Ordnerstruktur wie zum Beispiel "D:DigitalMediaRecoveryJPG" erstellt. Nun gut, auf Speichern klicken und weiter geht"s.

Leider ist das Wiederherstellen von Daten eine sehr zeitintensive Sache. Doch kaum 12:20 Minuten später waren alle Dateien gespeichert und der Vorgang wurde mit "Sicherung erfolgreich" bestätigt. Endlich sind die Daten gerettet. Also nichts wie los, auf die Festplatte gewechselt und die erste Datei aufgerufen. Und tatsächlich, da sind sie. Zwar immer noch mit den oben genannten Namen aber zu 100% wieder hergestellt. Mit der Windows Vorschau oder einem Bildbetrachter sollte es dann auch kein Problem sein die Bilder wieder anzusehen und zu sortieren. Auch das Öffnen der Dateien in einem Bildbearbeitungsprogramm (in unserem Falle GIMP 2.6) ist kein Problem. So kann man also sagen, Mission erfolgreich! Zumindest was die Bilddateien angeht.

Nun wollten wir auch die MP3-Dateien speichern. Wieder lassen wir alle Dateien markiert und speichern diese in ein ausgewähltes Laufwerk. Der Vorgang ist der gleiche wie bei den Bilddateien. Einige Zeit später sind auch diese Dateien auf dem ausgewählten Datenträger. Bei den 6728 MP3 -Dateien die wiederhergestellt wurden waren jedoch nur knapp 1 - 3% überhaupt zu öffnen. Hiervon sind dann auch nur knapp 1% hörbar. Zum Test wurde der VLC-Player verwendet welcher, ohne weiteres Installieren von Codecs, eine weite Bandbreite von Mediendateien abspielt. Nun kann es sein, dass die Dateien komplett fehlerhaft waren, was bei einer durchschnittlichen Dateigröße von 2 - 500 KB auch zu vermuten ist, schon alleine weil viele Dateien genau gleich groß waren. Oder das Programm konnte die noch vorhandenen Metadaten nicht ordnungsgemäß interpretieren, was bei den durchaus vorhandenen großen Dateien (1000-3000 KB) zu vermuten wäre. Woran es am Ende nun lag, können wir leider nicht feststellen. Fakt ist, die wenigen Dateien die sich abspielen ließen, funktionieren einwandfrei. Leider tauchen ähnliche Probleme bei den Movie-Formaten auf.

Fazit: In manchen Bereichen fehlt es etwas an der Usability und die Software wirkt so teilweise undurchdacht. Nichtsdestotrotz tut dies der Arbeit keinen Abbruch. Das Tool erfüllt seine Aufgabe hervorragend - wenn auch langsam. Doch dies hängt sicher nicht am Tool selbst und auf wichtige Daten wartet man auch gerne etwas länger. Der Preis von 49,00 Euro (Aktuell 4,95€ bei Amazon.de) ist durchaus tragbar und gerechtfertigt.
Autor :
Diesen Artikel Twittern: www.grafiker.de/mkaTzu
Veröffentlicht:27.05.2009 (2467 mal gelesen)
Tags:Software, Datenträger, Datensicherung
Hersteller
:
Franzis
Systeme
:
Windows 9x/2k/XP, Windows Vista
Vorraussetzungen
:
Windows 2000/XP/2003/Vista, Pentium VI, 1,2 GHz, 256 MB RAM (512 MB RAM bei Windows Vista), Bildschirmauflösung mit mindestens 800 x 600 Pixeln Auflösung, 16 Bit Farbtiefe (HighColor), CD-ROM- oder DVD-Laufwerk
Sprache
:
Deutsch
Preis
:
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